Flimmertests quasi ohne Hilfsmittel

 

 

Um schnell einen Test durchzuführen, ob das erstandene Leuchtmittel zu sehr flimmert oder nicht, gibt es mehrere Möglichkeiten, die alle an jedem Ort zu jeder Zeit ohne Messmittel auskommen.

Über die beiden unten beschriebenen Tests hinaus gibt's mehr zum Thema Flimmern auf Wikipedia und in diesem Flimmer-Blog von Wolfgang Messer, der leider nur noch als Archiv dient.
Natürlich lässt sich das Flimmern auch präzise von mir vermessen.

 

 

 

Der Stabtest:

Im Gegensatz zum unten gezeigten Augen-auf-zu-Test gilt der Stabtest (auch "Fächertest" genannt) für jedes Leuchtmittel, denn hier wird das Leuchtmittel im Betrieb und nicht kurz danach bewertet.

Dazu bewegt man einen hellen Gegenstand (idealerweise ein weißer, dünner Stab von ca. 15 cm Länge, die Rückenkante eines Messers, die Seitenkante einer Scheckkarte oder den ausgestreckten Zeigefinger, in den Bildern ist es ein Zollstock) in geringem Abstand unter dem Leuchtmittel hin- und her, so dass der Gegenstand vom Licht angeleuchtet wird, am besten noch bei dunklem Hintergrund.

! Achtung: Den Stab nicht zwischen Leuchtmittel und Auge hin- und herbewegen (Blendgefahr) !

Die Leuchtrichtung der Lampe muss ungefähr die gleiche wie die Blickrichtung sein. In den Bildern hier kommt das Licht von links, leuchtet auf den rechts liegenden Stab mit dunklem Hintergrund (Buch) und die Kamera schaut auch nach rechts. Salopp ausgedrückt: Licht und Auge sehen in die gleiche Richtung.

Dabei ist der angeleuchtete hin- und herbewegte Gegenstand zu beobachten.

Das linke Bild zeigt den Gegenstand als Schweif, der nur dann so wahrgenommen wird, wenn das Leuchtmittel wenig oder kein erkennbares Flimmern hat. Hier wird der Gegenstand zu jedem Zeitpunkt auf seinem Weg von der einen zur anderen Seite von Licht angestrahlt, d.h. zu jedem Zeitpunkt gibt es Licht.

Wie im linken Bild sollte es sein!

 

Das rechte Bild dagegen zeigt den Gegenstand nur als Fächer mit Dunkelphasen dazwischen. Auf seinem Weg von der einen zur anderen Seite wird der Gegenstand zeitweise nicht von Licht angestrahlt, d. h. Das Licht ist zeitweise nicht vorhanden, was nichts anderes als ein Ausdruck für Flimmern ist: Licht mal vorhanden, mal nicht vorhanden. Je stärker der Hell-Dunkel-Kontrast ist, desto stärker ist auch das Flimmern.

Wie rechts darf es nicht sein!

 

 

 

 

Kamera-Test:

 

Dieser Test ist in unseren Breiten (Netzfrequenz
50 Hz) und einer Kamera mit 24 fps, z. B. die eines Smartphones machbar, um das am meisten verbreitete 100-Hz-Flimmern zu detektieren.

Dazu muss man nur die Kamera-App aufrufen und die Kamera möglichst nah an das Leuchtmittel halten, nicht filmen, kein Bild machen.

Wenn Flimmern vorliegt, dann laufen dunkle bis schwarze Balken durch das Bild. Je dunkler die Balken, desto stärker das Flimmern.

 

 

 

 

 

Der Augen-zu-auf-Test:

 

Dieser Test ist ein zusätzlicher, den man machen kann.

 

Achtung Warnhinweis! : Der direkte Blick in ein betriebenes Leuchtmittel ist für die Augen gefährlich!

 

1. Augen schließen und in ca. 50cm Entfernung auf das Leuchtmittel (kein Schirm dazwischen) ausrichten.

2. Lampe einschalten (Augen bleiben geschlossen!)

3. Nach 3 Sekunden Lampe ausschalten und gleichzeitig (nicht vorher!) die Augen öffnen und das Filament (LED-Faden) beobachten.

Wenn sich beim Ausschalten kein Nachleuchten (min 1 Sek. ... 2 Sek.) feststellen lässt, dann hat man wahrscheinlich die Bescheinigung ein Flimmerteil zu besitzen, andernfalls hat man vielleicht nicht das schlechteste Leuchtmittel gekauft. Dieser Test gilt zunächst nur für Filamentlampen, weil dort zumeist keine hochfrequenten Schaltregler eingebaut sind. Lampen mit hochfrequenten Schaltreglern leuchten nicht nach, flimmern aber auch kaum.

Andererseits bescheinigt dieser Test keine flimmerfreie Lampe, sondern nur, dass das Flimmern akzeptabel sein kann.

 

Ich übernehme keinerlei Verantwortung für jedwede Schäden, (insbesondere die an Personen oder Sachen), die durch falsche oder richtige Handhabung dieses Tests entstehen.